Zeitreise durch die brasilianische Archtektur
Die brasilianische Architektur hat sich in den fünf Jahrhunderten seit der Kolonisation durch die Portugiesen ständig weiterentwickelt. Sie wurde direkt durch die unterschiedliche Herkunft der Brasilianer sowie durch die verschiedensten architektonischen Stile aus dem Ausland und insbesondere Europa, beeinflusst. So gilt die Arquitetura Bandeirista (einfache, ländliche Lehmhäuser aus der Kolonialzeit, die sich vorrangig im Bundesstaat São Paulo finden) und der Barock von Minas Gerais (eindrucksvoll verkörpert in den durch Aleijadinho konstruierten Kirchen in diesem Bundesstaat) bei vielen Experten als Ausdruck europäischer Strömungen, die in Brasilien eine eigene Ausprägung und Sprache entwickelt haben.
Die ersten bedeutenden Zeugnisse brasilianischer Architektur bilden die Fortalezas, Festungen wie das Forte do Reis Magos, das sich insbesondere durch seine Sternform auszeichnet. Es geht auf das Jahr 1599 zurück und kennzeichnet den Beginn der städtischen Entwicklung von Natal im heutigen Bundesstaat Rio Grande do Norte. Auch religiöse Bauten stehen am Anfang brasilianischer Architektur. Nur wenige Beispiele für die Baukunst des 16. Jahrhunderts sind bis heute erhalten geblieben, eines davon ist die Igreja da Graça in (Pernambuco). Die in den letzten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts erbaute Kirche beeindruckt mit einer manieristischen Fassade, die der Igreja de São Roque in Lissabon nachempfunden ist.
Die koloniale Epoche des 17. und 18. Jahrhunderts hinterließ in Brasilien eine Reihe sehenswerter Bauwerke, die heute die historischen Zentren der zum Weltkulturerbe ernannten Städte bilden: Ouro Preto, Congonhas und Diamantina (Minas Gerais), Salvador (Bahia) und São Luiz (Maranhão).
Ende des 18. Jahrhunderts hielt allmählich der Neoklassizismus Einzug in Brasilien und gewann mit Beginn des Schaffens des französischen Architekten Grandjean de Montigny zu Beginn des 19. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung. Es entstanden öffentliche Gebäude, die heute als kulturelle Zentren dienen und bei Touristen beliebte Museen beherbergen. Beispiele sind das Museu Imperial in Petrópolis (Rio de Janeiro), das Museu do Ipiranga in São Paulo (São Paulo), das Theatro da Paz in Belém (Pará) und das Teatro Amazonas in Manaus (Amazonas).
Kurze Zeit später sorgte die Moderne für bedeutende Veränderungen im Stadtbild– ein Prozess, der in der Entstehung Brasílias (in den 50er Jahren) seinen Höhepunkt fand. Besonders erwähnenswerte Zeugnisse dieser Epoche sind die in den 40er Jahren entstandenen Werke des Architekten Oscar Niemeyer, zum Beispiel das architektonische Ensemble von Pampulha in Belo Horizonte (Minas Gerais) sowie verschiedene Werke in der Metropole São Paulo (Parque do Ibirapuera, Memorial da América Latina und das Edifício Copan).
In den letzten Jahren fand die brasilianische Architektur international immer mehr Beachtung. Die 1992 eingeweihte Ópera de Arame in Curitiba steht als eines der bedeutendsten Gebäude der Stadt für den neuen Ansatz in der Architektur des Landes und steht für einen der architektonischen Glanzpunkte des Landes.
(Quelle: Embratur)
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